Was sind eigentlich Stauden ?

Stauden sind mehrjährige, krautige Pflanzen. Winterharte Stauden treiben im Frühjahr aus, blühen über den Sommer, sterben im Herbst oberirdisch ab und treiben im nächsten Jahr erneut aus. Sie verfügen über Speicherorgane, die das Überleben im Winter und in Trockenperioden ermöglichen. Nicht winterharte Stauden (z.B. Canna indica) müssen in unseren Breiten vor Frosteintritt aus dem Boden herausgenommen werden, um frostfrei, z.B. in Kellerräumen, zu überwintern. Je nach Art eignen sich Stauden zum Bepflanzen von Steingärten, Beeten und Rabatten, Freiflächen, Sumpf- und Wasserbereichen sowie von Gehölzrändern. Stauden zieren durch ihre Blütenvielfalt oder durch ihren Blattschmuck (Blattschmuckstauden). Viele dieser Pflanzen eignen sich für vollsonnige Lagen. Es gibt aber ebenso eine große Anzahl von Stauden, deren optimaler Lebensraum in schattigen und halbschattigen Bereichen (z.B. Gehölzrand) angesiedelt ist.

Man unterscheidet u.a. zwischen Beet- und Wildstauden. Die in ihrer Pflege anspruchslosen Wildstauden zeichnen sich durch eine ausgeprägte Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen aus. Sie sind robust und meist besonders wuchsfreudig und flächenbildend. Durch ihre starke Wüchsigkeit werden Unkräuter in ihrer Entwicklung wesentlich unterdrückt. Unter den Wildstauden, die sich sehr gut zum Zwischenpflanzen in Gehölzgruppen eignen, finden wir viele Bodendecker wie z.B. ‚Geranium macrorrhizum' (Balkan-Storchschnabel). Beetstauden weisen im Vergleich zu den Wildstauden oft üppigere Blüten auf, die zudem auch farblich besonders attraktiv erscheinen. Dies ist oft das Ergebnis jahrzehntelanger züchterischer Bemühungen. Beetstauden eignen sich daher vorzugsweise für die Gestaltung von Beeten und Rabatten.

Warum Stauden im Garten ?

Ein Staudengarten besticht durch seine Vielfalt an Blattformen und Blütenständen. D.h. vom Vorfrühling an bis hinein in den Spätherbst - also über die gesamte Vegetationszeit hinweg - wird der Garten durch Blatt- und Blütenstauden bereichert. Da Stauden von ihrem Naturell her ausdauernd und mehrjährig sind, müssen sie im Gegensatz zu Sommerblumen nicht jedes Jahr neu gepflanzt werden. Es sei denn, es handelt sich um nicht winterharte Pflanzen, die im Frühjahr ihr geschütztes Winterquartier verlassen, um sich erneut im Boden zu entwickeln. Sonach bietet ein Staudengarten neben der optischen Attraktivität und dem verhältnismäßig geringen Pflegeaufwand auch durchaus ökonomische Vorzüge. Als Nahrungsquelle für Insekten fördern besonders die Wildstauden indirekt das ökologische Gleichgewicht. Unter ihnen befinden sich auch einige nützliche Heil- und Gewürzpflanzen (Gundermann, Thymian), die für den ein oder anderen gesundheitsbewussten Menschen bzw. Gourmet von besonderem Interesse sein könnten.

Gräser

Mehrjährige Gräser nehmen unter den Stauden eine besondere Stellung ein. Sie dienen zur visuellen Auflockerung von Staudenpflanzungen, wobei horstbildende und nichtwuchernde Gräser (z.B. Chinaschilfarten) in Gruppen oder in Einzelstellung Verwendung finden. Ausläuferbildende Gräser, wie beispielsweise das Goldleistengras, werden hingegen vornehmlich zur Flächenbegrünung eingesetzt. Hinsichtlich ihrer Färbung können wir zwischen sattgrünen bis blaugefärbten aber auch zwischen braunen und buntgestreiften Arten unterscheiden. Unter den Staudengräsern finden wir viele polsterbildende, mittelhohe und hohe Gräser. Letztere sind in erster Linie für Pflanzungen in Einzelstellung geeignet. Schilfgräser haben inzwischen auch eine große Bedeutung bei der Errichtung von biologischen Kläranlagen erlangt. Diese Gräser verfügen durch ihre prachtvollen Blütenstände, die im Spätsommer und Herbst immer wieder aufs neue erfreuen (z.B. Miscanthus sinensis ‚Malepartus') über einen hohen Schmuckwert. Durch die gelb-braune Herbstfärbung stellen sie selbst im Winter einen Blickfang im Staudengarten dar. Aus diesem Grunde werden derartige Gräser in aller Regel erst im Frühjahr zurückgeschnitten.

Was macht einen guten Staudengarten aus ?

Das ausgewogene Wechselspiel zwischen Blattschmuck-, Blütenstauden und Gräsern sorgt unter Beachtung von Blütezeit und Blühdauer für einen optisch eindrucksvollen Garten, der sich über die gesamte Vegetationszeit in voller Pracht präsentiert. Neben der farblichen Zusammenstellung sind die Wuchseigenschaften der eingesetzten Stauden (auch Knollen- und Zwiebelgewächse) von maßgeblicher Bedeutung. Während Grosstauden wie Polygonum polymorphum schon als einzelne Pflanze (Solitärpflanze) beeindrucken, eignen sich andere Stauden besonders zur Gruppenpflanzung (z.B. Tanacetum macrophyllum). Großflächige Pflanzungen liegen dabei besonders im Trend. Jede Staude stellt dabei unterschiedliche Ansprüche an Standort und Bodenverhältnisse. So wird unter Berücksichtigung der Lebensbereiche Beet, Gehölzrand, Steinanlagen, Sumpf und Wasser zwischen sonnigen, halbschattigen und schattigen Standorten unterschieden. Auch der Wasserbedarf ist von Art zu Art unterschiedlich und sollte unbedingt berücksichtigt werden.

Unter der Rubrik 'Empfehlungen' werden einige Staudenarten konkret vorgestellt, die Sie zum Teil auch in unserem Shop bestellen können.

Wir wünschen weiterhin viel Spass beim Stöbern !